Auszug aus dem Konzept der LTE Blekendorf.

Zum Erhalt des kompletten Konzeptes und der Leistungsbeschreibung

nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

 

                                            

 

Leitbild der LTE Blekendorf

 

„Lasst Euch die Kindheit nicht Austreiben – Erich Kästner“

  

In krisenhaften und schweren Situationen des Lebens benötigen Kinder und Jugendliche besonderen Schutz und Begleitung.

Integrität und Nachhaltigkeit sind die grundlegenden Prinzipien unserer Arbeit und unseres Handelns.

Die Zusammenarbeit mit den Kindern, Jugendlichen wie auch ihren Familien verstehen wir als nach vorne gerichteten Prozess. Der Aufbau einer vertrauensvollen und tragfähigen Beziehung ist die Basis, um wirksame pädagogische Arbeit leisten zu können.

Da jedes Kind und jede*r Jugendliche eine individuelle Persönlichkeit mit ebenso individuellem Bedarf darstellt, erhält es die Hilfe, Unterstützung und Förderung, die es für seine Bedürfnisse und Entwicklung benötigt. Partizipation und Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen sind ein fester Bestandteil unseres täglichen Zusammenlebens

 

Wir leben eine respektvolle, wertschätzende und ressourcenorientierte Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, wie den Eltern, Familien,

Mitarbeitern*innen, Jugendämtern und allen an der Hilfe beteiligten Personen oder Einrichtungen

 

 

 

Allgemeine Grundsatzziele

Die Aufnahme der Kinder und Jugendlichen erfolgt regelmäßig in krisenhaften und stark zugespitzten Lebenssituationen. Die Verhaltensaufälligkeiten und damit verbundene schulische Defizite sind meist so stark ausgeprägt, dass sie im gesellschaftlichen Umfeld keine Akzeptanz finden.

Die Kinder werden gemäß ihres jeweiligen Entwicklungsstandes akzeptiert, positiv verstärkt und entsprechend ihrer individuellen Situation betreut.

Auch gilt es bei den Kindern und Jugendlichen untereinander eine entsprechende Akzeptanz herzustellen. Das sorgt dafür, dass sie Selbstvertrauen aufbauen und dieses auch weiterentwickeln, die Verbesserung der individuellen Frustrationstoleranz ist unbewusst eine Folge. Dies erreichen wir beispielsweise, indem wir den Kindern und Jugendlichen auch bei extremen Fehlverhalten den benötigten Raum geben. Diese Vorgehensweise sind sie oft aus ihrer Vergangenheit nicht gewohnt. Sie sind es gewohnt, dass sie durch ihr Verhalten, ein immer gleiches Gegenverhalten provozieren können. Indem wir sie „mitnehmen“ und immer wieder zusammen dieses Verhalten reflektieren, erreichen wir Schrittweise eine andere Sichtweise.

Die Kinder und Jugendlichen lernen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Maßstab für ihr Leben nach der Entlassung sein werden, zu realisieren, zu akzeptieren und sich diesen anzupassen. Die Wahrung der eigenen Interessen dürfen sie dabei nicht aus den Augen verlieren. Dies erfolgt beispielsweise durch Integration eines persönlichen Tagesablaufs (Schulbesuch, Wahrnehmung von Terminen, eigenständiges Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel etc.)

 

Zusätzlich setzt unser lerntherapeutisches Angebot hier an. Der individualisierte Unterricht in Kleinstgruppen oder in der Einzelform holt die Kinder und Jugendlichen genau dort ab, wo sie im jeweiligen Schulfach stehen. Die Kinder und Jugendlichen erleben Erfolge, die sie ansonsten in ihrem misserfolgsorientierten Leben nicht kennen.

Der Unterrichtsstoff wird mit der Schule optimal angepasst, sodass der Jugendliche weder über- noch unterfordert wird.

Die Kommunikation durch die Heimleitung / Lerntherapeutin mit den Schulsozialarbeitern und Lehrern erfolgt hierbei täglich, sodass wir schnellstmöglich individuell auf das Verhalten reagieren können.

Da die Misserfolgsangst deutlich zurück gehen wird, kann das Kind oder der Jugendliche auf seine lang erlernten Vermeidungsstrategien weitest gehend verzichten. Die Entwicklung eines realistischen Selbstbildes ist die Folge.

 

Die aus der lerntherapeutischen Arbeit resultierende Möglichkeit das Kind oder den Jugendlichen erfolgreich in das öffentliche Schulsystem zu re-integrieren / zu begleiten und mit der hier beschriebenen Betreuungsform und Vorbereitung einen qualifizierten Schulabschluss zu erreichen, sind das Ziel unser pädagogischen Arbeit.

 

Darüber hinaus halten wir eine intensive Elternarbeit für unbedingt erforderlich. Mit der Klärung und der Aufarbeitung der familiengeschichtlichen Situation können Entwicklungsprozesse erst wachsen und die Kapazitäten der Kinder und Jugendlichen in vollem Umfang abgerufen und individuell weiterentwickelt werden.

 

Im Alltag vermitteln wir den Kindern und Jugendliche lebenspraktische Fähigkeiten wie das Kochen, das Waschen und das Sauberhalten der eigenen Individualräume. Eine breite Palette an kreativen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten durch entsprechend geplante und vor allem kontinuierliche Angebote unterstützen dies.

 

 

 

Pädagogische Grundsatzziele

Das oberste Ziel ist die Reintegration in die Herkunftsfamilie. Die Situation und der Entwicklungsstand des/der Jugendlichen werden hierbei angemessen betrachtet.

Der/die Jugendliche wird in seiner Persönlichkeit gestärkt und emotional stabilisiert. Wir unterstützen beim Aufbau sozialer Kontakte, die Stärkung der Persönlichkeit und die emotionale Stabilisierung stehen dabei im Vordergrund.

Die Eingliederung in den Schul- und Arbeitsprozess sind genauso Ziel, wie die Entwicklung einer individuellen Perspektive. Die Jugendlichen finden zu größerer Eigen- und Selbstständigkeit.

 

Wir achten insbesondere darauf, dass Aussenkontakte, sofern sie förderlich sind, wahrgenommen werden. Der Kontakt zu Klassenkameraden, aber auch zu Kindern und Jugendlichen der Nachbarschaft auch außerhalb der Schule ist von großer Bedeutung. Je nach Interessenlage werden sie dazu angeleitet, sich in Sportvereinen etc. zu engagieren.

 

Die Freizeitgestaltung wird planvoll und aktiv gestaltet. Mit unterschiedlichen Angeboten intern, sowie extern beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen in der Freizeit.

Zur Förderung im emotionalen Bereich gehört die Verbesserung der Selbstwahrnehmung, die Aufbau von Beziehungsfähigkeit, die Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein, das Erleben sozialer Kooperationen, Zuverlässigkeit, Überwinden von Ängsten, das Steuern von Aggressionen, das Erleben von emotionaler Nähe und auch das Erleben von Erfolgserlebnissen.

 

Wir fördern gezielt im motorischen Bereich durch die Verbesserung der Grob- und Feinmotorik, das Erlernen von Ordnung, das Erfassen von Arbeitsabläufen und Zusammenhängen, der Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und des Durchhaltevermögens.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist das gezielte Ausleben der Kinder und Jugendlichen von gesteigertem Bewegungsdrang und damit verbunden gesteigerter Aktivität.

 

 

Hilfeangebot

 

Rechtliche Grundlage

Landesverordnung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen (Kinder- und Jugendeinrichtungsverordnung – KJVO)

 

§§27 ff. SGB VIII, insbesondere §34 ggf. in Verbindung mit §§35a und §41 SGB VIII

 

Kurzbeschreibung

Unsere Hilfen dienen der Aufarbeitung von Entwicklungsdefiziten und Verzögerungen,

die auf Basis erheblicher Deprivation im frühen Kindesalter entstanden sind. In der

Folge hat dies zu weiteren gravierenden Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten

geführt. Schulversagen, Schulangst, Schulverweigerung, eingeschränkte

Schulfähigkeit bis hin zur Unbeschulbarkeit an öffentlichen Schulen sind die Folgen.

Unsere Leistungsangebote knüpfen an diese individuellen Lebenslagen und

Entwicklungsstände der Jugendlichen an.

Sofern eine Reintegration ins familiäre Umfeld aufgrund der Hilfeplanung

(§36 SGB VIII) nicht erwünscht oder möglich ist, besteht bei entsprechenden

Entwicklungsstand und Interesse des Jugendlichen, die Möglichkeit der

Anschlussbetreuung im Rahmen einer Verselbstständigung.

 Die frühzeitige Planung und die umfängliche Hilfe der normalen Gruppensituation,

geht dann mit angemessener Vorbereitung in die weniger aufwendige

Verselbstständigung über.

 

 

Zielgruppe / Ausschlusskriterien / Ziel des Leistungsangebots

In Haus 15 nehmen wir Kinder und Jugendliche im Alter von 6 – 18 Jahren auf (in

Einzelfällen auch länger, die Verweildauer richtet sich nach der jeweiligen

Hilfeplanung).

In Haus 13 nehmen wir Jugendliche ab 16 Jahren zur Verselbstständigung auf.

Vorausgesetzt, dass sie über ein gewisses Maß an persönlicher Reife und

Zuverlässigkeit verfügen.

 

Zielgruppe unseres Angebots sind Kinder und Jugendliche mit folgenden Problematiken: (Aufzählung ist nicht abschließend)

 

-       Verhaltensaufälligkeiten (aggressives oder autoaggressives Verhalten, depressive     Rückzugstendenzen, Trebegang, Delinquenz und Verweigerung)

-       Verhaltensstörungen

-       emotionale Störungen

-       Schulversagen, Schulangst, Schulverweigerung, eingeschränkte Schulfähigkeit,   Lernbehinderung

-       umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten wie LRS, Rechenstörung,   kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten

-       Entwicklungsrückstände

-       ADS / ADHS Problematik

-       Störungen des Sozialverhaltens sowohl innerhalb als auch außerhalb des familiären   Rahmens, häufig einhergehend mit oppositionellem Verhalten in Verbindung mit   emotionalen Störungen

 

Ausschlusskriterien:

-       schwere geistige und körperliche Behinderungen

-       akute Gewaltdelinquenz

-       Betäubungsmittel / Alkoholabhängigkeit

-       schwere persönliche Störungen (Schizophrenie, wahnhafte Störungen,

 Psychosen / Psychiatrische Störungen, psychopatische Störungen pp.)

 

 

Ziel des Leistungsangebots

-       Re-integration in die Herkunftsfamilie und das gesellschaftliche Leben mit all seinen   Normen und Regeln

-       Aufarbeitung der Schuldefizite mit Hilfe Lerntherapeutischer Unterstützung und Förderung   und/oder Re-Integration in das öffentliche Schulsystem

-       Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit

-       Ausbildung von Selbstbewusstsein und die damit verbundene Bereitschaft notwenige   Änderungen einzugehen

-       Bewältigung von Konflikten, Erwerb sozialer Kompetenz

-       Heranführen und erlernen praktischer Fähigkeiten für eine spätere eigenverantwortliche   Haushalts- und Lebensführung

 

 

 

 

Das gesamte Angebot der Lerntherapie

finden Sie unter dem Reiter "Lerntherapie".